Tag 102 – Fr, 23.04.21

Tag 102 – Fr, 23.04.21

Ich habe mich jetzt mal länger mit dem Begriff „zwingen“ beschäftigt.
Weil mein klugscheißenderääähmklugmeisternder Mann meinte, dass man nix und niemand zu etwas zwingen darf.
*jaaa, iss nich immer leicht mit ihm 😉

Wie der Duden das definiert, seht ihr oben im Bild.

1a – ist kagge. Und genau das, was ich immer mache. Mit den Kindern.
(ACHTUNG! OHNE Anwendung von Gewalt! Nicht dass hier Missverständnisse entstehen… Der Rest stimmt aber.)
1b – sich selbst zu etwas zwingen, ist okee.
2 – hört sich netter an als 1a. Ist aber inhaltlich das Gleiche, nur halt ohne Gewalt.

Warum der Mann und ich darüber gesprochen haben?
Weil ich Diejenige bin, die für das Funktionieren zuständig bin, für die Umsetzung der allseits-beliebten-A…loch-Aufgaben. Jede Mama (jaaa, bestimmt auch ein paar Papas 😉 ) weiß, was ich meine.
Und da zwinge ich unsere Kinder zu vielen Dingen. Ganz sicher nicht zu ihrem Glück.
Und deswegen haben wir sehr oft und sehr viel Stress.

Frank sagt also, dass man niemanden zwingen darf. Dass das gegen die Menschenrechte ist. Recht auf Selbstbestimmtheit und so. Dass wir versuchen können, unsere Kinder zu überzeugen, zu belehren, wohlwollend zu erpressen (wenn, dann-Prinzip…), was auch immer.
Aber nie zwingen.

Es geht ihm hier wohl auch eher um das Wort „zwingen“. Um die Macht von Wörtern.
Und da sollten wir „zwingen“ aus unserem Sprachgebrauch weglassen und ja, auch nicht versuchen, es zu machen.

Warum ich das alles erzähle?
Weil ich am Mittwoch, nach unserem Gespräch am Abend zuvor, unsere Kinder zwingen (im Sinne von Def. 1a) musste, um kurz vor 07:00 Uhr aufzustehen. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt knapp 11 Stunden geschlafen und trotzdem waren sie nicht wach zu bekommen. Ich selbst bringe mich mit großer Überwindung (im Sinne von Def. 1b) jeden Morgen dazu, aufzustehen, um die Kinder für die Schule ready zu machen.

Aber die Kinder zwinge ich. Gegen ihren Willen. Und tatsächlich auch gegen meine Überzeugung.
Sowohl für sie als auch für mich ist alles was VOR 07:00 Uhr ist, NICHT unsere Zeit.
Und mein Wecker klingelt um 06:20 Uhr…
*versinkt kurz spontan in selbstmitleid

Die Situation ist eskaliert.
Das war wirklich ein schlechter Start in den Tag.
(Ach ja, in den Tag 100. Der mit der Bundesnotbremse. 😉 )

Also, ich gebe meinem Mann recht. Zwingen ist nicht okee.

Aber was machen wir dann mit solchen Situationen? Wenn wir von außen (Schulpflicht in Verbindung mit einem zu frühen Schulbeginn… MEINE Meinung!) zu etwas gezwungen werden?
Ich denke weiter drüber nach.
Was denkt ihr?

Das Ganze hat übrigens ein schönes Nachspiel…
Ich habe gestern Abend die Kinder gefragt, wie wir es heute Morgen sicher stellen könnten, dass die Situation nicht eskaliert. Sie haben dann abends unter der Decke heimlich zusammen noch dieses Pamphlet aufgesetzt:
*seufz, herz erfüllt mit liebe 😊

Judith

Künstlermanagerin, Lebensgestalterin, Familienmanagerin

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