Tag 100 – Mi, 21.04.21

Tag 100 – Mi, 21.04.21

Einhundert.
EINHUNDERT.
Seit 100 Tagen schreibe ich dieses Lockdown-Tagebuch.

Als ich Anfang Januar mit dem Blog angefangen habe, habe ich nicht im Entferntesten daran geglaubt, dass ich 100 Tage lang über den Lockdown schreiben würde. Bzw. darüber, was er mit uns Familien macht…

Passend zum Tag 100 dann heute das neue Infektionsschutzgesetz.
Verbände, Initiativen, Kinderärzte, Psychologen, Familien, Eltern protestieren. Und werden nicht gehört.
Jetzt also – Achtung, neuer Begriff! – die „Bundesnotbremse“.
Und wieder wird die Wirtschaft „geschützt“ und die Leidtragenden sind die Familien.

Anbei ein paar sehr treffenden Sätze, ich kann es nicht besser formulieren:

“Bayern schreitet voran beim ewigen Kinderlockdown …. Die Wirtschaft bleibt unangetastet.“
(Bayern zieht die 100er Inzidenz als Maßgabe für Schulschließungen weiter durch)

„Es gibt eine Schieflage zwischen dem, was man bei Kindern macht und bei Erwachsenen nicht macht.“ „Kinder und Jugendliche machen weniger als 20% aller Mitglieder der Bevölkerung aus, tragen aber deutlich strengere Einschränkungen mit.“ https://www.instagram.com/if_initiativefamilien/

„Und damit sind wir beim nächsten Skandal des Gesetzes: die Ausklammerung der beruflichen Kontakte: ein bisschen Testen hier, ein bisschen mehr Homeoffice da – während Schulen in Hochsicherheitstrakte verwandelt werden, sind Präsenzarbeitsplätze immer noch die Inseln der vorpandemischen Glückseligkeit. Virenparties in Fleischfabriken sind offenbar genauso vergessen wie die Tatsache, dass Menschen bei Schreibtischarbeit tatsächlich auch atmen.“ Gelesen hier, Thread auf Twitter vom 21.04.

Last but not least bringt es Klaus Ernst (Linke) am 16.04. im Bundestag in Bezug auf das „Bevölkerungsschutzgesetz“ auf den Punkt: „Wir haben die Industrie, wir haben die Wirtschaft, da gibt es faktisch null Beschränkungen. …. Weil Sie den Unternehmerverbänden im Hintern hängen.“
*und nein, ich bin nicht links…

Wichtig: geschützt werden müssen unsere Kinder nicht, also, wir müssen keine Angst um sie haben.
Die Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) hat eine kurz und knackige Stellungnahme zur „Hospitalisierung und Sterblichkeit von COVID-19 bei Kindern“ veröffentlicht.

Gleichzeitig macht es mich wahnsinnig müde, dass Lehrerverbände, Presse, was-weiß-ich-wer-noch-alles davon sprechen, in den Sommerferien Sommerschulen anzubieten, um den versäumten Stoff nachzuholen.
Unsere Kinder brauchen Erholung!
*und ja, WIR auch… 😉

Streicht den ganzen Scheiß zusammen! Hört auf, stringent nach Lehrplan zu unterrichten! Dann wäre Zeit genug, um alle Kinder da „abzuholen“, wo sie stehen, dann muss keiner in die Nachhilfe.
Nutzt endlich DIE Chance, das veraltete, verkrustete, völlig überholte Schulsystem zu ändern!

So. Für heute habe ich fertig.
Tag 100.
Jippieh.

P.S.: Ich sag jetzt nichts dazu, dass weiterhin das touristische Beherbergungsverbot bestehen bleibt. Und die Bundesnotbremse zunächst bis Ende Juni gelten soll.
*merkt ihr selber, oder? … ZUNÄCHST

Kurzurlaube (Erholung, wir brauchen Erholung!) an den langen Wochenenden im Mai, über Pfingsten, etc. werden somit also weiterhin unterbunden. Und das „zunächst“ soll uns schon langsam darauf vorbereiten, dass wir in den Sommerferien auch nicht wegfahren sollen?

Photo by Claudio Schwarz

Weiter zu Tag 102.

Judith

Künstlermanagerin, Lebensgestalterin, Familienmanagerin

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