… eine Woche später

… eine Woche später

Letzte Woche habe ich mal einen rausgehauen.
Einen Artikel.
Aus dem Bauch heraus.
Weil ich mich danach besser gefühlt habe.

Was ich nicht wollte: dass sich manch eine/r danach schlechter fühlt.
Das tut mir leid.

Mein Mann meinte am nächsten Tag:
„Judith, Du hast gejammert.“
Mist. Dabei heißt der Blog doch „Wer jammert, verliert.“

Bin ich also doch nicht perfekt?!?!
(DAS dürfen unsere Kinder auf gar keinen Fall erfahren!)

Im Ernst.
„Du hast polarisiert, Du warst nicht neutral und Du hast jemanden (hier: die Kassiererin) ins Unrecht gesetzt.“ meinte mein Mann. „Wer Dich nicht kennt, kann da einiges in den falschen Hals bekommen.“ Das erklärt dann vielleicht auch im Nachgang den echten, für mich neuen „Hate“, den ich erfahren durfte.

Ich wollte keinenfalls mich als „Opfer“ darstellen.
Kommt aber leider anscheinend, wenn man den Artikel in einer bestimmten Lesart liest, so rüber.
Ich bin kein Opfer und fühle mich auch nicht so. Ich stehe zu meinen Entscheidungen, zu meiner Meinung. Und versuche meist (dieses Mal ist mir das nicht gelungen) vermittelnd, zugewandt und wertschätzend zu argumentieren.

Im Artikel klingt es so, als ob die Kassiererin sich aus meiner Sicht falsch verhalten hätte, ich sie ins Unrecht setze. Das hat sie natürlich nicht. Sie hat nur ihren Job gemacht.
Die Art und Weise, WIE sie es gemacht hat, die hat mir definitiv nicht geschmeckt.

Ich war in dem Moment mit der Situation wirklich überfordert, weil ich feststellen musste, dass meine Tochter unter meinem zu dem Zeitpunkt „fehlenden“ G leiden könnte. DAS war von mir nicht durchdacht.
Ich begriff was „2G“ tatsächlich bedeutet. Für alle ab 16 Jahren.
Diese ganzen Erkenntnisse erfolgten innerhalb von Sekunden in meinem Kopf, ich blieb in der Folge nicht sachlich bzw. nicht ruhig.

Also, es tut mir leid, sollte sich jemand von meinem letzten Artikel persönlich angegriffen gefühlt haben.  

Last but not least möchte ich gerne nochmal feststellen, dass die Kassiererin bei mir „klare Linie“ gefahren ist und bei allen anderen ihren Job NICHT gemacht hat. Sie hat alle „G“s gescannt und durchgewunken. Ohne Kontrolle der Ausweise.
Und dass ich es, egal wie ich mich verhalten habe, echt kagge fand, dass keiner unserer Tochter geholfen hat. (Bis dann der Kitapapa kam und uns geholfen hat.)

„Ähnlich wie beim Thema Klimawandel oder Flüchtlingswelle ist die Angelegenheit „Corona-Virus“ ein sehr komplexes Gebilde, bei dem man mit unterschiedlichen Blickwinkeln draufschauen, einordnen, bewerten, resultieren und entscheiden kann.“
… „sagt mein Mann“ … 😉

Zu dem zweiten Teil meines Artikel stehe ich, auch wenn dieser ebenfalls nicht jammerfrei und neutral (Jaaa, sorry!) geschrieben ist:
Ich finde 2G nicht richtig, hier erfolgt aktuell eine Ausgrenzung.

Ich habe immer noch keine Lösung. Nur weiterhin den Wunsch:
Lasst uns
aufeinander achten,
uns in unserer Andersartigkeit akzeptieren,
das Recht auf die eigene Meinung, den eigenen Standpunkt haben.

P.S.: Eigentlich ist ja mein Mann schuld. Der hatte nämlich abends keine Zeit für mich, weil er eine Telko hatte. Sonst hätte ich ihn ja drüber lesen lassen.
HA! Ich bin also doch perfekt! Die anderen sind Schuld!

*wie Tochter jetzt sagen würde: „Spaaaß!“

Judith

Künstlermanagerin, Lebensgestalterin, Familienmanagerin

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