Tag 1 – Di, 12.01.21

Tag 1 – Di, 12.01.21

Nach ausgiebigen Kuscheln, stehen wir um 09:00 auf. Frank hat auf dem Sofa geschlafen, er ist krank, hat wieder schlimme Magenschmerzen. Ich dusche, mache Frühstück, setze mich noch kurz zu den Kindern, bespreche mit ihnen den Start in den Tag. „Kommt bitte, wenn ihr fertig gegessen habt runter, ich geh schon mal vor.“

Unten verschaffe ich mir einen Überblick, was die beiden heute machen müssen, drucke alles aus und lege ihnen alles hin. Die Schule hatte für die Vorbereitung extra den gestrigen Tag noch frei gestellt. Da habe ich dann gearbeitet. Und nix vorbereitet.

Nach 20 Minuten gehe ich hoch: „Ääähm, habt ihr mich vergessen?“.
„Sollten wir runterkommen?“ „Du hast nichts gesagt!“
*seufz

Es ist 09:55 Uhr, es wird ein wenig stressig, weil Frank und ich um 10:10 Uhr beim Arzt sein müssen. Ich erkläre Ihnen kurz, was sie jetzt machen können. „Bitte arbeitet soweit es geht, wenn ich wieder da bin, erkläre ich euch den Rest.“

Einanderthalb Stunden später sind wir zurück. Tochter hat schon über die Hälfte ihres Tagessoll gemacht. Sohn hat ihr gezeigt, was sie, nachdem sie mit der ersten Aufgabe fertig war, noch machen muss. Ich bin stolz. Sie haben ganz alleine und durchgearbeitet!
Sohn kommt auch gut voran.

Ich schreibe mir währenddessen raus, was die beiden ansonsten noch jeden Tag machen müssen. Tochter ist gegen 13:00 Uhr fertig, Sohn eine halbe Stunde später.

Tochter hat noch eine Aufgabe, sie soll diese Woche ein Farbenmuseum einrichten. („Sammele diese Woche alles in rot und trage es zusammen.“) Ich gehe mit ihr nach oben und will es ihr erklären.

„Ich hab aber jetzt KEINE Lust meeehr!“ (starker Jammerton)

Ich schlage vor, dass wir den Kindertisch in die Küche stellen und sie dann die Woche über rote Sachen darauf sammeln kann. Noch weiterem Gemotze sucht sie dann doch ein paar Sachen zusammen. Als ich runtergehe (um mich weiter um Sohn zu „kümmern“), sieht das Farbmuseum so aus:

Zwei Stunden später komme ich wieder hoch – Frank war wohl zwischenzeitlich mal aufgestanden (er liegt krank im Bett), um was zu essen und hat Tochter wohl eifrig weiter animiert – und das Farbmuseum sieht jetzt so aus:

Er ist einfach ein toller Papa. Und Motivator. Und Ideengeber.

Der Nachmittag geht schnell rum. Ich arbeite noch bis ca. 16:00 Uhr, Kinder spielen schön, gucken mit Papa auf dem Sofa irgendwelche Dokus, müssen aufräumen, alle drei wünschen sich Grießpudding, ich koche, lass die drei vorm Fernseher sitzen (ich hab meine Ruhe ;-).

Beim Kochen checke ich kurz die neusten Nachrichten, ich will wissen, was in Amerika los ist, leiten die Demokraten das Impeachment-Verfahren gegen Trump ein?

Was ich lese: „Angela Merkel spricht intern von zwei weiteren Monaten Lockdown, dass harte Wochen bis Ostern bevorstünden.“

Ich denke: „Scheiße.“
Gar nicht mal wegen der Schule. Ich denke an all die ARBEITSLOSEN Künstler.
„SCHEIßE!“
Ich bin sauer, innerlich echt verzweifelt. Der kleine Funken Hoffnung, dass es am 01.02. wieder normal weitergeht, stirbt.

Als nächstes lese ich von einer Journalisten-Mutter, die an diesem – für sie zweiten – Homeschooling-Tag fast durchdreht. Na gut, denke ich, deren Kinder sind größer, sie hat drei Kinder, deren Schulen sind nicht so gut vorbereitet wir unsere Schule. (Da weiß ich noch nicht, wie der morgige Tag wird.) Alles halb so wild bei uns, unsere Kinder sind echt toll, das hat bei uns heute ja alles bestens geklappt.

Und entscheide, eine Lockdown-Tagebuch zu führen. Für mich. Für die Kinder, für später mal? Vielleicht schreibe ich ja doch noch irgendwann ein Buch? 😉

Ich gehe nochmal einkaufen, bereite meinen Termin um 20:00 Uhr vor. Der Termin mit meiner Lieblingskünstlerin Lou, Bandchefin der Cool Cats, wird arbeitsreich, wir planen viel für 2021. Jetzt müssen wir nur noch dürfen!

Der Abend wird aber auch entspannt, fröhlich, süffig.

Um 01:00 Uhr bin ich endlich im Bett.

Weiter zu Tag 2.

Judith

Künstlermanagerin, Lebensgestalterin, Familienmanagerin

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